Mädelskreuzfahrt durch Westeuropa mit TUI Cruises

Mein Schiff Ausblick

Was machen Töchter, wenn ihre Mama nur einen großen Wunsch zum 60. Geburtstag hat? Na klar. Sie erfüllen ihn ihr und machen gemeinsam eine Kreuzfahrt. Ich fand die Idee super und war sofort dabei. Allerdings wäre ich im Moment selbst nie darauf gekommen, mir eine Kreuzfahrt zu buchen. Erstens ist es nicht die günstigste Art und Weise zu reisen und zweitens bin ich eher der Typ, der sich lieber etwas länger in Städten oder seinen Reisezielen aufhält, um sich alles genau anzusehen. Jeden Tag woanders zu sein und nur einige Stunden zu Verfügung zu haben, um etwas Neues zu erkunden, konnte ich mir nicht richtig vorstellen. Aber man sollte erst über etwas urteilen, nachdem man es ausprobiert hat.

TUI Mein Schiff

Die Route

Wann, wohin, wie lange und mit welcher Reederei durfte unsere Mama entscheiden. Immerhin war es ihr Traum. Da sie allerdings nicht fliegt, standen viele Ziele gar nicht erst zur Auswahl und wir konnten entweder ab dem Norden Deutschlands oder Italien in See stechen. Meine Schwester, Grundschullehrerin, beschränkte den Zeitraum auf die Ferienzeiten und meine Mama hatte sich ziemlich schnell für TUI Cruises als Reederei entschieden. Nachdem also alle Kriterien feststanden, fiel die Entscheidung auf eine zweiwöchige Reise durch Westeuropa, von Bremerhaven bis nach Lissabon und wieder zurück. Zunächst sollte es in den Süden Englands gehen, nach Southampton und Portland. Danach weiter nach Porto und Lissabon und zurück nach La Coruña in Spanien, Le Havre, Zeebrügge und über Amsterdam wieder nach Bremerhaven. Dazwischen liegen insgesamt fünf Seetage zum Entspannen. Ebenfalls eine Route, die ich mir so selbst wahrscheinlich nicht ausgesucht hätte. Aber ich bin gespannt, was mich erwartet.

Route
Quelle: https://www.pooldeck24.de

Die Vorbereitungen

Die Kreuzfahrt war also schnell gebucht. Balkonkabine, mittleres Deck, alles perfekt. Doch wir waren Kreuzfahrtneulinge und meine Mama versuchte sich wochenlang im Internet schlau zu machen. Darüber, ob man irgendetwas Bestimmtes mitnehmen sollte, wie die Kreuzfahrt abläuft, ob man Landausflüge im Voraus buchen sollte oder wie man in den einzelnen Orten selbstständig losziehen könnte. Da wir alle nicht begeistert sind von typischen Touristentouren oder überfüllten Stadtrundfahrten, buchten wir lediglich zwei Landausflüge, die uns wirklich interessierten. Den Rest wollten wir auf eigene Faust versuchen.

Die Kreuzfahrt

Im August 2017 ist es endlich so weit. Mit dem Zug starten wir früh morgens Richtung Bremerhaven. Als wir dort gegen Mittag ankommen, werden wir bereits herzlich von TUI Mitarbeitern empfangen, die uns erklären in welchen Shuttlebus wir einsteigen sollen. Unser Gepäck wird verstaut und ab jetzt direkt auf die Kabine gebracht. Dann geht es los in Richtung Hafenterminal. Schon von weitem können wir die Mein Schiff 4 vor Anker liegen sehen. Ich bin beeindruckt.

Mein Schiff 4

Sie ist größer als ich sie mir vorgestellt habe und während wir uns langsam dem riesigen Schiff nähern, wächst die Aufregung. Dieses mächtige, schwimmende Hotel soll uns zwei Wochen lang übers Meer fahren? So viele Stockwerke, so viele Kabinen. Wo sollen die ganzen Leute denn gleichzeitig essen oder einen Platz am Pool finden? Aber Zweifel beiseite.

Mein Schiff 4 Wohlfühlschiff

Nachdem wir im Terminal eingecheckt haben und durch die Sicherheitskontrolle gegangen sind, dürfen wir das Schiff betreten. Endlich. Auch hier werden wieder sehr herzlich begrüßt und bekommen sofort ein Glas Sekt. Die Kabinen sind noch nicht bezugsbereit, aber das ist nicht weiter schlimm. Unser erster Weg führt uns nach ganz oben. Dort angekommen, treten wir nach draußen und schauen uns um. Es gibt zwei Bars, ein Restaurant, eine große Arena, in der Fußball oder Basketball gespielt werden kann, eine knapp 150 m lange Joggingstrecke und natürlich eine herrliche Aussicht.

Mein Schiff Pool

Mein Schiff Sport

Die Sonne scheint und es ist richtig heiß mittlerweile. Wir schnappen uns drei Liegen, machen es uns mit einem Cocktail gemütlich und stoßen auf die kommenden zwei Wochen an. So fängt es doch schon mal gut an. Ein Deck tiefer befinden sich ein großer Pool und zwei kleinere Whirlpools. Die ersten Gäste kühlen sich schon ab. Wir tun das auch, aber nicht im Wasser, sondern mit einer Kugel Eis von der kleinen Eisdiele, die sich ebenfalls auf dem Pooldeck befindet. Lecker. Unsere Mama ist überglücklich. So soll es sein.

Die Kabine

Am späten Nachmittag können wir unser Zimmer beziehen. Ich glaube, wir hatten alle etwas Bedenken, wie wir es zwei Wochen lang zusammen in einer Kabine aushalten sollten. Drei Frauen, drei große Koffer, ein Badezimmer und jede Menge Klamotten. Aber ich kann dir sagen, es geht. Und es geht sogar sehr gut. Die Balkonkabine ist größer als gedacht und bietet jede Menge Stauraum. Es gibt ein großes Doppelbett und eine Couch, die zum Einzelbett umfunktioniert wurde, einen Schreibtisch mit Stuhl und natürlich unseren eigenen kleinen Balkon. Dort befinden sich auch nochmal Sitzgelegenheiten und ein Tischchen. Das Badezimmer mit Dusche ist nicht sehr groß, aber völlig ausreichend. Für drei Personen ist der Platz in den Schränken, dann doch etwas zu knapp und wir bringen nicht alles vollständig unter, aber auch das ist zu verkraften. Dafür können wir unsere großen Koffer problemlos unters Bett schieben, sodass sie nicht im Weg herum stehen. Die Kabine ist sehr modern eingerichtet und in hellen Farbtönen gestaltet. Außerdem ist alles tip top sauber. In Bezug auf die Zimmer macht die Mein Schiff ihrem Namen als Wohlfühlschiff also schon mal alle Ehre.

Leinen Los

Gegen 18:30 Uhr machen wir uns wieder auf den Weg nach oben. Viele der Gäste haben sich jetzt im Außenbereich versammelt, um mit zu erleben wie wir ablegen. Auch am Kreuzfahrtterminal von Bremerhaven stehen einige Leute, die uns zusehen möchten. Ich habe in der Vergangenheit ein paar Mal Kreuzfahrtschiffe im Hamburger Hafen liegen sehen und die Urlauber immer beneidet, die dort gerade einchecken, um in See zu stechen. Und jetzt stehen wir selber hier oben. Das hätte ich vor einem Jahr auch noch nicht geglaubt.

Columbus Cruise Center Bremerhaven
Columbus Cruise Center Bremerhaven

Wir schnappen uns ein Glas Sekt und suchen einen schönen Platz an der Reling. Pünktlich um 19:00 Uhr werden am Pier die Leinen losgebunden, das Schiff stößt sich ab und wir setzen uns langsam in Bewegung. Dreimal dröhnt das mächtige Schiffshorn. Bei jedem Ton bekomme ich aufs Neue Gänsehaut. Die Zuschauer am Terminal winken und verabschieden uns, während sich das Schiff einmal um seine eigene Achse dreht. Aus den Lautsprechern läuft inzwischen die Auslaufmelodie: „Große Freiheit“ von Unheilig. „Du bist ein Kind der See und die Welt liegt dir zu Füßen“, beginnt der Graf zu singen. Passender könnte es nicht sein. Ich fühle mich tatsächlich, als würde mir die Welt zu Füßen liegen. Gemächlich fahren wir aufs weite Meer hinaus und zwei Wochen auf See liegen vor uns. Wir werden dabei acht Städte in sechs Ländern besuchen. Ich kann es eigentlich immer noch nicht glauben. Hinter uns wir Bremerhaven immer kleiner, vor uns liegt die Nordsee. Das Wasser glitzert so wundervoll, während sich die Sonne langsam dem Horizont nähert. Dieser Moment ist einfach unbeschreiblich und wir stehen noch lange an Deck, um ihn zu genießen.

TUI Leinen Los
Unsere glückliche Mama

Das Leben auf See

Schon nach einem Tag muss ich feststellen: Alle Gedanken, die ich mir im Voraus gemacht hatte waren unbegründet. An Bord gibt es keine Langweile. Im Gegenteil. Es wird so viel geboten, dass man manchmal gar nicht weiß, was man zuerst machen soll. Von Fitnessprogrammen, Sauna und Massagen, über Mal- und Tanzkurse, Konzerte und Shows, bis hin zu Vorträgen und Lesungen über die kommenden Reiseziele. Hier ist wirklich für jeden etwas dabei. Wer einfach nur seine Ruhe haben will, findet ebenfalls immer ein entspannendes Plätzchen. Sei es im Liegestuhl an Deck, in einer Bar, dem empfehlenswerten SPA-Bereich oder natürlich auf dem eigenen Balkon. Ich dachte anfangs bei circa 2.500 Passagieren wimmelt es überall nur so von Menschen und man findet schwierig einen Platz, beispielsweise am Pool. Aber das ist überhaupt nicht so. Die Menge verteilt sich so gut über das ganze Schiff, dass man auch nach 10 Tagen noch neue Leute sieht, denen man vorher noch gar nicht begegnet ist und es zu keinem Zeitpunkt irgendwo zu voll ist. Durch die 11 Restaurants und nochmals so viele Bars ist man zudem rund um die Uhr perfekt versorgt. Ob man sich gerne am vielfältigen Buffet bedient oder lieber etwas exklusiver im a la carte Restaurant essen geht, ist egal. Genauso wie es keine Rolle spielt, ob man Fisch oder Fleisch Liebhaber, Vegetarier oder sogar Veganer. Kulinarisch bleiben keine Wünsche offen und auch auf sämtliche Unverträglichkeiten ist man vorbereitet.

TUI Buffet2

So vergehen die 14 Tage wie im Flug und wer hätte es gedacht: Ich möchte nicht, dass die Kreuzfahrt zu Ende geht. Ich hatte einige Zweifel, ob es mir gefallen würde und wäre ohne meine Mama auch nicht auf einem Schiff gelandet. Letztendlich muss ich ihr aber für diese Idee danken. Es waren wundervolle zwei Wochen. Wir haben neue Städte erkundet, tolle Landschaften gesehen und viele neue kulinarische Erfahrungen gesammelt. Auf dem Schiff haben wir uns verwöhnen lassen, etwas Sport getrieben, unterhaltsame Shows gesehen oder sind einfach nur an Deck gelegen und haben aufs Meer hinaus geschaut. Das war für mich das Schönste, denn ich liebe das Meer. Und hier war es einfach immer um uns herum: morgens nach dem Aufstehen, beim Frühstück, beim Sport, beim Relaxen und abends vor dem Schlafen gehen. Jeden Abend ist die Sonne in wunderschönen Farben darin versunken, um früh wieder aufzutauchen und das Meer zum Glitzern zu bringen, während wir in einen neuen Hafen eingefahren sind.

TUI Mein Schiff Sonnenuntergang

Beim Gedanken daran, dass das Schiffshorn ertönt, ich an Deck stehe und das Schiff sich langsam aufs Meer hinaus bewegt, während im Hintergrund „Große Freiheit“ zu hören ist, bekomme ich auch heute noch Gänsehaut. Diese Kreuzfahrt hat es mir angetan und ich kann verstehen, dass man wieder aufs Schiff muss, sobald man es einmal gemacht hat. Denn mir geht es jetzt nicht anders. Ich weiß, dass ich irgendwann wieder an Deck stehen und mich einfach nur frei fühlen werde. Ich hoffe, es ist bald.

Du willst wissen, was wir an den einzelnen Tagen an Land unternommen haben?
Dann lies auch folgende Artikel:

Sagenhaftes Stonehenge und die Kathedrale von Salisbury (Hafen. Southampton)
Ein Sommertag im südenglischen Seebad Weymouth (Hafen: Portland)
Ein Spaziergang durch Porto (Hafen: Leixões)
Ein perfekter Tag in Lissabon (Hafen: Lissabon)
Santiago de Compostela – Im Zentrum der Pilger (Hafen: La Coruña)
Malerisches Honfleur (Hafen: Le Havre)
Durch die Grachten von Amsterdam (Hafen: Amsterdam)

9 Gedanken zu “Mädelskreuzfahrt durch Westeuropa mit TUI Cruises

  1. Hans-Georg 16. Oktober 2018 / 9:47

    Wir haben bereits 6 Reisen mit TUICruises gemacht, die nächsten beiden Reisen sind in Planung. Und immer noch gibt es Gänsehaut und Pipi in den Augen bei „3 x lang“ und der Schiffshymne

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    • Fernwehenlassen 16. Oktober 2018 / 9:49

      Ja ich denke das hört nie auch 🙂 Es ist einfach zu schön. Was plant ihr als nächstes? Wir warten gerade auf die Routen für Sommer 2020. Ich hoffe, dass es bei uns dann auch wieder soweit ist.

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      • Hans-Georg 16. Oktober 2018 / 12:01

        Im nächsten Jahr ist es noch nicht ganz klar. Entweder wird es England/Irland, Mittelmeer oder Asien. In 2020 ist wieder die große Norwegen/Island-Reise geplant. In den nächsten Tagen müsste der Fahrplan für Sommer 2020 herauskommen, Buchungsbeginn wird dann wohl erst ab März 2019 sein.

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      • Fernwehenlassen 16. Oktober 2018 / 21:04

        Das klingt gut. Wir schwanken auch zwischen Mittelmeer und Norwegen. Du warst ja schon mehrmals im Norden unterwegs habe ich gesehen. Scheint also sehr empfehlenswert zu sein. Lassen wir uns mal überraschen, ob es Neuerungen in den Routen gibt. Letztlich ist ja aber doch immer schön 🙂

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      • Hans-Georg 17. Oktober 2018 / 8:02

        Ja, 2 x waren bisher in den Fjorden. Da mein Mann ein Redhead ist und ich die Sonne bzw. Wärme auch nicht mehr so gut vertrage, ist der Norden wie gemacht für uns. Aber gut, das wird dann irgendwann auch langweilig.

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      • Fernwehenlassen 23. Oktober 2018 / 14:36

        Ja das kann ich verstehen. Aber irgendeine Route findet sich doch immer wieder.

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    • Fernwehenlassen 24. Oktober 2018 / 11:58

      Ach schön. Das wird bestimmt toll. Freue mich, auf deinem Blog davon zu hören 🙂

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      • Hans-Georg 25. Oktober 2018 / 8:33

        Es wird für uns eine neue Erfahrung und allein deshalb schon interessant.

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