Auf und Ab: San Francisco mit dem Fahrrad erkunden

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Es gibt sehr viele Möglichkeiten San Francisco zu erkunden. Zum Beispiel mit dem berühmten Cable Car, dem Bus, dem Boot oder natürlich zu Fuß. Wir haben uns für einen Tag etwas ganz anderes herausgesucht und sind mit dem Fahrrad losgezogen. Da ich diese Variante nur wärmsten weiterempfehlen kann, möchte ich dich hier mit auf unsere Tour nehmen.

Die Fahrradtour

Unser Weg führt uns zunächst zur Fisherman’s Wharf und dann entlang der Jefferson Street in Richtung Aquatic Park und National Maritime Museum. Dort befindet sich eine schöne kleine Bucht mit Sandstrand, wo wir in den frühen Morgenstunden ein paar Stand-Up-Paddlern und fleißigen Schwimmern zusehen.

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Der Fahrradweg führt anschließend hinauf in eine großflächige Parkanlage oberhalb der ehemaligen Kaserne Fort Mason. Die Gebäude des Militärgeländes kann man von hier oben aus noch schön sehen.

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Am Ende des Parks fahren wir einen kleinen Hügel hinunter und kommen ebenfalls an eine weitläufige Grünfläche, den Marina Green Park. Hier ist an diesem Tag besonders viel los, da ein Triathlon stattfindet. Aber auch abseits der Menschenmassen gehen zahlreiche Sportler ihrem Hobby nach. Es wird gejoggt, Liegestützen und Klimmzüge werden gemacht oder mit dem Skateboard an uns vorbei geflitzt. Im Hintergrund des Parks reihen sich kleine Häuschen eng aneinander. Sie haben hohe Fenster, bunte Fassaden und ganz unterschiedliche Formen.

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Die lange Straße, der Marina Boulevard, geht schließlich in das Naherholungsgebiet Crissy Field über. Auf dem Gelände, das früher als Militärflugplatz diente, kann man sich heute wirklich erholen und vor allem den wundervollen Blick auf die Golden Gate Bridge genießen. Wir parken unsere Fahrräder und unternehmen einen kleinen Spaziergang. Hinter dem Fahrradweg befindet sich nämlich ein kilometerlanger, breiter Sandstrand. Es ist so schön hier, dass man es den ganzen Tag aushalten könnte. Nur wenige Menschen gehen hier spazieren oder spielen mit ihren Kindern im Sand. Wir bewundern die Golden Gate Bridge, die hier in ihrer vollen Pracht sichtbar ist. Das Wasser glitzert unter der Sonne.

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Leider müssen wir doch irgendwann weiterfahren, denn wir wollen ja noch mehr sehen. Über das Crissy Field radeln wir zur ehemaligen Befestigungsanlage Fort Point, die direkt zu Füßen der Golden Gate Bridge liegt. Somit bietet sich hier ein noch schönerer Ausblick und mit jedem Stück, dem wir der Brücke näher kommen, sind wir beeindruckter.Wir setzten uns etwas auf die Kaimauern, knipsen ein paar Fotos und genießen es einfach nur hier zu sein. Zu unseren Füßen schlagen die Wellen ans Ufer und wir lauschen dem Rauschen des Wassers.

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Im Anschluss müssen wir ein kleines Stück zurück Richtung Strand fahren, um den Weg zu suchen, der uns hinauf zur Brücke führt. Immerhin wollen wir sie ja auch noch überqueren. Und tatsächlich, wir finden die Abzweigung am Ende des Strandes und strampeln, der Golden Gate Bridge entgegen. Immer näher kommen wir ihr. Und dann haben wir sie endlich erreicht.

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Wir suchen uns die richtige Spur, die wir befahren müssen. Am Wochenende ist nämlich eine Seite nur für Radfahrer reserviert. Und los geht’s. Der Wind bläst uns entgegen, meine Haare wehen wild durcheinander und die Sonne scheint uns ins Gesicht. So fahren wir immer weiter über eine der berühmtesten Brücken der Welt. Es ist ein tolles Gefühl. Die roten Stahlseile und Brückenpfeiler erheben sich weit über uns, während wir unter ihnen hindurch radeln. Ganz klein wirken wir im Vergleich zu ihnen. Unter uns glitzert das Wasser der San Francisco Bay. Auf der anderen Seite der angekommen, erreicht man eine wunderschöne, grüne Küstenlandschaft, die Marin Headlands. Ein Stück hinter der Brücke führt eine sehr steile Straße hinauf zum Golden Gate Bridge Vista Point am Battery Spencer, ebenfalls Überbleibsel aus der militärischen Vergangenheit der Stadt. Wir überlegen einen Moment, ob wir tatsächlich hinauffahren wollen und entscheiden uns letztendlich auch dafür. Seine Chancen soll man schließlich nutzen. Und was soll ich sagen? Gott sei Dank haben wir es gemacht. Also falls du jemals dort unten stehen und überlegen solltest, ob du hinauf fahren oder laufen sollst, wirf alle negativen Gedanken weg und gehe los. Du wirst es nicht bereuen. Wir haben die Brücke ja jetzt schon aus verschiedenen Perspektiven gesehen, aber der Ausblick von hier oben ist definitiv der Schönste. Generell ist es für mich einer der schönsten Aussichtspunkte der Stadt. Wir suchen uns eine einsame Bank und machen eine Pause.

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Unser Blick schweift über die San Francisco Bay, Alcatraz und natürlich die Golden Gate Bridge, die zu unserer rechten Seite empor steigt. Im Hintergrund ziert die Skyline von San Francisco das Bild und macht es somit perfekt.

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Unten, zu unserer linken Seite, liegt ebenfalls ein großer Aussichtspunkt, an dem sich allerdings zahlreiche Ausflugsbusse tummeln. Da haben wir es hier oben auf unserer Bank wesentlich schöner.

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Nachdem wir noch etwas die Aussicht genossen haben, radeln wir allerdings gemütlich über die Brücke zurück. Auf der anderen Seite verlassen wir diese nach rechts und fahren entlang des California Coastal Trail zum bekannten Baker Beach.

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An dem langen, breiten Sandstrand ist heute sehr viel los. Aber wahrscheinlich ist es einfach nur ein normaler Sommertag in Kalifornien. Über den ganzen Strand verteilt liegen, Gruppen von Jugendlichen, Familien und auch ältere Menschen. Es wird gelacht, gespielt und gepicknickt. Hunde tollen dazwischen umher und ein paar Mutige gehen sogar ins Wasser. Und das alles natürlich wieder vor der einzigartigen Kulisse der Golden Gate Bridge, unser ständiger Begleiter heute.

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Auch wir breiten unsere Decke aus, machen es uns gemütlich und ich bohre meine Zehen ganz tief in den Sand. Ich liebe es einfach am Strand zu sein. Die Sonne ist jetzt richtig heiß und wir cremen uns lieber nochmal mit Sonnencreme ein. So liegen wir also hier. Bestimmt eine Stunde vergeht und ich kann es gar nicht richtig glauben, wo ich eigentlich bin. Gestern war ich noch in Deutschland und heute liege ich in San Francisco am Strand. Mit diesem Gedanken schlafe ich fast ein und wir müssen uns richtig dazu aufrappeln, überhaupt weiter zu fahren. Unser Weg führt uns weiter, vorbei am herrlichen Wanderweg am Land’s End, den Seal Rocks und dem Ocean Beach, bis hin zum riesigen Golden Gate Park, den wir uns eigentlich noch genauer anschauen wollten.

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Leider ist die Zeit schon so knapp und wir haben noch einen weiten Rückweg bis zur Verleihstation, wo wir heute Abend unsere Räder wieder abgeben müssen. Deshalb fahren wir nur bis zur Hälfte des Parks, verlassen ihn dann und strampeln durch die Straßen der Stadt auf und ab. Und immer, wenn wir eine Kurve nehmen geht es wieder hinauf und wieder herab. Die Beine brennen schon etwas und wir haben die Strecke doch etwas unterschätzt, beziehungsweise die Steigungen. Ich empfehle dir für deine Radtour nicht diese große Runde zu fahren. Ich würde es zumindest nicht mehr tun Es war genau richtig, sich lieber an den Aussichtspunkten an der Brücke und am Strand etwas mehr Zeit zu lassen. Ich würde an deiner Stelle am Baker Beach oder spätestens am Land’s End umdrehen und zurück in die Stadt fahren. Genieße lieber die kleinere Runde in vollen Zügen und siehe dir auf dem Rückweg vielleicht noch den berühmten Abschnitt an der Lombard Street an. Diese liegt nämlich auf dem Weg zurück und es ist lustig anzusehen, wie sich die Autos über die kurvige Straße hinunterschlängeln. Sie zählt übrigens zu einer der kurvenreichsten Straßen der Welt.

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Im Anschluss kannst du dein Fahrrad abgeben und den Abend an der Fisherman’s Wharf oder in Little Italy ausklingen lassen. So wäre die Route perfekt für einen Tag. Den Golden Gate Park und den Ocean Beach kannst du dir ja vielleicht an einem anderen Tag ansehen, wenn du mehr Zeit hast. Sehenswert ist er nämlich auf jeden Fall.

Wo bekommst du ein Fahrrad her?

Ein Fahrrad bekommst du in San Francisco bei verschiedenen Anbietern, die über die ganze Stadt verteilt sind. Wir haben uns für „Basically Free Bike Rentals“ entschieden und waren sehr zufrieden. Die Verleihstation befindet sich an der Ecke Columbus Street / Bay Street und bietet somit einen idealen Ausgangspunkt in der Nähe der Fisherman’s Wharf. Du kannst dein Bike problemlos vorher online reservieren und bekommst dafür sogar noch 20% Rabatt. Aber auch, wenn du flexibel sein möchtest, ist das nicht so schlimm. Es waren sehr viele Fahrräder vorhanden und auch Kurzentschlossene haben noch eines bekommen. Das Gute an diesem Anbieter ist außerdem, dass du den Betrag, den für dein Fahrrad zahlst, komplett in einem großen Sportladen wieder einlösen kannst. Dieser Laden liegt am Crissy Field und du fährst eigentlich direkt daran vorbei, wenn du auf dem Weg zur Golden Gate Bridge bist.

Fazit

Auch wenn ich am nächsten Tag etwas Muskelkater in den Beinen hatte und es teilweise sehr anstrengend war, würde ich jederzeit wieder eine Fahrradtour durch San Francisco machen. Es war einfach zu schön, die Küste entlang zu fahren, den Wind auf der Golden Gate Bridge ins Gesicht geblasen zu bekommen und durch die hügeligen Straßen auf und ab zu strampeln. Und aufgrund unseres Fahrradverleihs und des dort erhaltenen Gutscheins für den Sportladen, hatte ich am Ende des Tages nicht nur eine tolle Fahrradtour hinter mir, sondern war auch in Besitz eines neuen Rucksacks. Also worauf wartest du noch, reserviere dir dein Fahrrad und los geht’s.

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